AZNP³

Ausgeschrieben bedeutet diese Buchstabenkombination ‚Ambulantes Zentrum für Neurologie, Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie’.

Einfach betrachtet steht der Name für eine interessante Idee. Wer jedoch etwas ‚vom Fach’ versteht, erkennt, dass sich dahinter die Quadratur des Kreises verbirgt, etwas anscheinend Unmögliches. Das Scheitern dieses Projektes (in seinem ersten Anlauf) aufgrund einer Unzahl von Widrigkeiten, das bzw. die ich in dem Büchlein ‚Der Feind hört mit‘, siehe unter Verschiedenes, in einer ersten Reaktion zu verstehen bzw. zu verarbeiten suchte, hat mich dazu bewogen, nach 10 Jahren alle meine KV-Zulassungen abzugeben.

Es handelt sich um etwas Unvollendetes. Im Folgenden einzelne Aspekte, stark verkürzt:
Der (neben rechtlichen und finanziellen Hürden) schwierigere, ja nicht zu bewältigende Teil (der ‚Probleme’) ist ein inhaltlicher, der eng mit der Dynamik und dem sich wandelnden und immer neuen Belastungen ausgesetzten Selbst- Verständnis des Menschen, dem ‚Menschenbild’ der Gegenwart, verbunden ist. Die Schulmedizin umging bis in das 20. Jahrhundert dieses Problem scheinbar geschickt, indem sie sich in verschiedene Fachdisziplinen aufteilte und auf diesen je eigenen Gebieten spezialisierte. Diese Aufteilung findet sich in den Fachärzten, bzw. Fachabteilungen und Fachkliniken wieder. Soziale und weltanschauliche Fragen, die mehr als gemeinhin angenommen, neben dem menschlichen Selbstverständnis auch die Gesundheit beeinflussen, wurden weitgehend ausgeklammert, fanden selbst in der ‚Psychosomatik’ kaum einen Platz. Dies geschah im Namen einer ethisch gedachten Neutralität, die die medizinischen Wissenschaften über alle Landesgrenzen hinweg international kommunizierbar und einsetzbar machte, war aber auch einem historisch geprägten Positivismus geschuldet. Obwohl dazu aufgefordert, nahm jedes Fachgebiet die anderen (Fächer), oft aus ökonomischem Druck, nur noch am Rande wahr; Zu- und Überweisungen wurden immer seltener, Zusammenarbeit immer schwieriger. Verbindungen zu anderen Wissenschaften gar wurden, bis auf wenige Ausnahmen, als ‚Luxus’ wahrgenommen.

Das AZNP³ war, zeitlich um die Jahrtausendwende herum entstanden, in einer Art ‚Gegenströmung’ als interdisziplinärer Verbindungs- und Kommunikationsort angelegt, einerseits etwas Besonderes mit einer Kombination aus hohem Leistungsanspruch und niedriger Zugangsschwelle, andererseits wenig luxuriös, eher anspruchslos, Kosten sparend, auch ökologisch im materiellen wie energetischen Sinne.

In die Zukunft hinein betrachtet, wird sich diese Idee, die bei einer Weltbevölkerung von 7 + Milliarden Menschen potentiell minimalisierte Versorgungsstrukturen aufzubauen helfen kann, vermutlich wieder aufteilen in eine pragmatische Seite und in eine theoretische, wissenschaftlich forschende. Pragmatisch könnte dieses AZNP³ so simpel wie einmalig sein, dass man es bald in eine Jackentasche packen könnte, mit ein wenig technischem Know how. Der ‚globale Markt’ wird das längst erkannt und für sich erobert, bzw. kopiert haben. Das Komplexe auf Einfaches zurückführen oder in dem Einfachen das Komplexe entdecken, könnte auch das Motto sein. Patente gibt es auf angewandte Medizin, bzw. im Heilbereich nicht.



Da das Projekt vernetzbar ist und in viele Richtungen offen, kann jede, jeder mitmachen, bzw. selbst ein ähnliches Projekt entwickeln. Es ist in einem gewissen Sinne nicht ortsgebunden, muss sich jedoch jeweiligen Landesgesetzen unterordnen.

Der (gemeinnützige) Verein Satori- Humanitas war dazu gedacht, das AZNP³ in seinen sozialen Aspekten im weiteren Sinne zu unterstützen. Er ruht seit einigen Jahren.

Gegen den Strom schwimmen ist anstrengend. Die menschlichen, zivilisatorischen und natürlichen Verflechtungen und Durchdringungen im Kleinen wie im Großen sind viel komplexer, als man das mit dem Alltagsbewusstsein wahrnehmen und als ein einzelner Mensch erkennen kann. Die damit verbunden Langsamkeit der Veränderungen wurde auch kulturelle Trägheit genannt. Deswegen, aber auch weil es ja sein kann, dass ich mich ‚geirrt’ oder auch völlig überschätzt habe, liegt das Projekt, zumindest meine Person betreffend, derzeit völlig danieder, vielleicht für immer.

Eine der ‚nahe liegenden’ Aufgaben dürfte sein, sich mit dem humanen Folgen des weltweiten Finanzgebarens auseinanderzusetzen, das nicht zuletzt in Krankheiten der einzelnen Menschen und des globalen, ökologischen Gleichgewichtes mündet.

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